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Rezension: 254 Tage mit Jane Doe von Michael Belanger

Juni 16, 2020
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Michael Belanger | 254 Tage mit Jane Doe | Coming of Age | 01.04.2020 | 352 Seiten | Verlag: Carlsen Verlag | Preis für TB / E-Book: 18,- / 9,99 | Ansehen bei Amazon

KLAPPENTEXT

Hobby-Historiker Ray weiß alles über sein Heimatstädtchen Burgerville und kann selbst die legendäre Erscheinung grüner Kühe bis ins Detail erklären. Doch dann kommt ein neues Mädchen in die Klasse und macht die Gegenwart für ihn schlagartig spannender als die Vergangenheit. Mit ihren bunten Fingernägeln, einer Schwäche für Verschwörungstheorien und ihren fortgeschrittenen Sarkasmus-Kenntnissen ist Jane mit Abstand das coolste Mädchen, dem Ray jemals begegnet ist. Er beschließt, jedes Kapitel ihrer Geschichte zu ergründen. Je näher sich die beiden kommen, desto besser glaubt er ihre schmerzhaften Geheimnisse zu kennen. Als das Undenkbare geschieht, muss Ray sich jedoch eingestehen, dass es auf die Frage nach dem Warum nicht immer eine Antwort gibt. Und seine zerbrochene Welt Stück für Stück wieder zusammensetzen. [Quelle]


Im Rahmen der Carlsen-Challenge gibt es eine Leserunde zu diesem Buch, da ich es vorher schon viel gutes über dieses Buch gehört habe wollte ich es unbedingt lesen.  Der Klappentext selbst klang nach einer herzergreifenden, aber zugleich humorvollen Story. Das Buch konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite von sich begeistern. Ich muss gleich vorweg sagen das ich euch diese Geschichte nur ans Herz legen kann, denn obwohl dieses Buch kein wirkliches Happy End hat konnte ich es mit einem rundum zufriedenen Gefühl schließen.

Die ganze Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Ray erzählt. Die Kapitel selbst sind ganz besonders aufgeteilt, sodass es eher einem Tagebuch gleicht. Ich fand dies zu Anfang schon ein wenig verwirrend aber dank diesem Stils hatte ich noch mehr das Gefühl Rays Gedanken sowie Gefühle zu verstehen. Aber nicht nur das es gibt hier viele Zeitsprünge, so wird die Handlung im Wechsel in Davor und Danach aufgeteilt. Ich möchte hier auch nicht zuviel vorweg nehmen außer das man von vorne rein weiß was am Ende passieren wird. Alleine der Klappentext selbst weißt ja schon etwas drauf hin. Durch das abwechseln der Gegenwart und der Vergangenheit ist ein tolles, spannendes und mitreißendes Leseerlebnis gewesen.

Zur Geschichte, Ray wohnt dem wenig bekannten Williamsburg in Connecticut, das die Bewohner dieses Örtchen selbst nur Burgerville nennen. Ray ist ein Geschichtsnerd, er weiß einfach alles über seinen Heimatort und deren legendären Geschichten. Ray liebt es sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen und ist deswegen eher der Außenseiter in der Schule. Doch dann kommt eine neue Schülerin in seine Klasse die seine komplette Welt auf den Kopf stellen wird. Er ist gleich von ihren Schwarzen Haaren mit roten Strähnen, bunt lackierten Nägeln und ihrem starken Hang zu Sarkasmus fasziniert. Jemanden wie sie ist ihm noch nie begegnet deswegen kann er es auch kaum fassen das sie mit ihm und seinem besten Freund Simon Zeit verbringen will. Sie werden in kurzer Zeit die besten Zeit beste Freund und eine unzertrennliche Clique. Jane und Ray kommen sich dabei näher, doch er muss feststellen das sie ihm so manches über sich selbst verschweigt was ihm erst viel später schmerzlich bewusst wird.

Ich muss vorneweg gleich eine Triggerwarnung geben, da hier die schweren Themen Depressionen und Suizid groß geschrieben wird. Wer damit ein Problem haben sollte, der sollte vielleicht besser nicht zu diesem Buch greifen. Dieses Buch, trotz seiner ernsten Themen ist auch mit ein klein wenig Humor ausgestattet, deswegen feier ich dieses Buch auch nach dem lesen noch. Auch wenn ich viel gelacht und geschmunzelt habe hat mich die Story gleichzeitig sehr berührt und nachdenklich gestimmt. Gerade wenn man selber Kinder hat kommt man ins Grübeln. Die letzten Kapitel musste ich auch Rotz und Wasser weinen, auch wenn ich wusste wie es endet hat mich das sehr mitgenommen. Ich bin sehr beeindruckt wie der Autor diese schmale Gratwanderung zwischen Ernsthaftigkeit und Humor gemeistert hat, denn macht in diesem Buch allerhand Emotionen mit.

Die Charaktere selbst können sich aber auch sehen lassen, da sie wunderbar gezeichnet wurden. Ray erzählt hier uns allerhand geschichtliches und ist dabei sehr brillant und einzigartig in seiner Art und Weise. Er besitzt viel Humor und ist sehr sympatisch. Wenn er begeistert etwas von den legendären und historischen Fakten erzählt geht er voll in sich auf. Sein bester Freund Simon habe ich auch ganz fest in mein Herz geschlossen, dieser ist echt süß und lustig. Gerade wie viel Milch dieser in Unmengen trinkt brachte mich zum lachen.

Neben diesen beiden gibt es da noch Jane Doe. Man erfährt im Anfang etwas wenig über sie weswegen sie ein ziemlich faszinierender und interessanter Charakter ist. Ich mochte sie ganz gerne. Wer denkt Jane Doe ist ihr richtiger Name muss ich gleich sagen das der richtige Name hier von Ray nicht verraten wird, weswegen er sie nur Jane Doe nennt. Denn dieses ist ein Platzhalter für fiktive Namen. Dieses erklärt Ray auch gleich zu beginn des Buches.

“254 Tage mit Jane Doe” ist eine mitreißende, emotionale und herzergreifende Geschichte die mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistern konnte. Hier werden ernste Themen angesprochen die heutzutage einfach immer noch klein geschwiegen werden. Mich konnte das Buch emotional sehr mitnehmen und habe am Schluss Rotz und Wasser geweint. Es überzeugt mit seinen fantastischen Charakter, den Humor und der tiefgründigen Handlung. Ich kann euch dieses Buch nur ans Herz legen. Für mich ist dieses Buch schon ein Highlight dieses Jahres, in der es um Mut, Verlust, Hoffnung und Freundschaft geht. Einfach große Klasse!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©
Foto: Nadine Stang
Cover: Carlsen Verlag
Hummel Wertung mit Picsart

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