Rezension: Alles so leicht von Meg Haston

Juli 15, 2018

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Meg Haston | Alles so leicht | Jugendbuch | 28.06.2018 | 320 Seiten | Verlag: Carlsen Verlag | Übersetzung: Alexandra Ernst  | Preis für HC / TB / E-Book: 19,99 / 7,99 / 15,99 | Ansehen bei Amazon | *Rezensionsexemplar

KLAPPENTEXT

Stevie hat nichts mehr zu verlieren. Sie ist fest entschlossen, aus diesem Körper, aus diesem Leben zu verschwinden. Aber alle wollen sie daran hindern. Ihr Vater, der sie ins Therapiezentrum einweisen ließ. Anna, die so ganz anders ist als die anderen Seelenklempner. Und selbst den Mädchen, mit denen sie ein Zimmer und ein Schicksal teilt, fühlt sich Stevie jeden Tag näher. Aber sie wird sich nicht öffnen, sie hat schließlich einen Plan.  [Quelle]


Als ich sah das dieses Buch als Taschenbuch Ausgabe raus kam, musste ich es unbedingt haben. Ich finde die Thematik dieses Buches nicht einfach und doch ist es leider viel zu real. Denn Essstörungen begleiten einen doch irgendwie täglich oder? So war ich sehr gespannt wie die Autorin dies in der Geschichte geschickt verpackt. Dies ist ist ihr wirklich großartig gelungen, was auch an ihrem tollen und flüssigen Schreibstil lag. Es wirkte alles so authentisch und gerade der Einblick in Stevies Gefühle und Gedanken führte dazu das man sich gut in sie hineinversetzen konnte. Die Geschichte um Stevie war sehr mitfühlend sowie tiefgründig und hat mich sehr bewegt.

Zur Geschichte, ihre Mutter hat sie verlassen und vor fast einem Jahr starb ihr geliebter Bruder Josh. Seitdem gibt sich Stevie die Mühe mit einer Anorexie sich selbst umzubringen. Sie möchte diese Diagnose für sich erlangen damit sie sich stark fühlt und etwas geschafft hat. Sie möchte kein Appetit oder Verlangen nach Nahrung verspüren und dem nachgeben, sie möchte nichts spüren – einfach frei sein. So fasst sie den Plan zum Todestag ihres Bruders tot zu sein. Ihr Vater macht sich sehr große Sorgen um seine selbstzerstörende Tochter und weist sie in ein Therapiezentrum für Essstörungen ein. Man merkt schnell das sie die Trauer, Kummer und der Schmerz innerlich aufgefressen haben und kein anderen Weg mehr sieht als den Tod. Ohne geplanten Abschied, ohne Wehmut, ohne Dramatik. Aber durch die Einweisung ins Therapiezentrum ist sie 60 Tage lang mit Essplänen, Gewichtskontrollen,Gesprächen und dauerhaften Aufsicht des Pflegepersonals konfrontiert und ihr Plan rückt immer weiter in die Ferne.

 

” Ich stelle mir vor, wie ich sein werde, wenn ich tot bin. Vollkommen. Atemlos. ” (Im Buch S. 41)

 

Wie ich bereits erwähnte mochte ich das Buch sehr gerne, mir gefielen besonders die Hintergründe wie diese Essstörungen hervorgerufen werden können. Dadurch das Stevie dort mit verschiedenen Mädchen Kontakt oder zusammen lebt bekommt man einen guten Überblick darüber das nicht nur der Wille zum abnehmen zu einer Essstörung führen kann. Dazu gehört noch wesentlich mehr zu. Auch das es für solch betroffene Menschen einen Unterschied macht welche Diagnose bei ihnen gestellt wird. Ob “Anorexie” oder “Bulimie” scheint für sie, wie im Stevies Fall hier, sehr wichtig zu sein. Ich hätte nicht gedacht das es so einen großen Unterschied macht. Auch fand ich gut zu lesen, das Therapeuten trotz allem helfen können, gerade so eine Therapeutin wie Anna wünscht sich wahrscheinlich jeder Betroffene mit dieser Krankheit.

Ich fand die Entwicklung die Stevie während dieses Klinikaufenthaltes macht sehr interessant. Da die Autorin selbst an einer schweren Essstörung litt, hat sie ihre Erfahrung und diese Dramatik die dahintersteckt sehr gut ins Buch mit eingebracht. So wirkte es authentischer. Mich hat diese Geschichte um Stevie von Anfang an berührt und ich konnte sehr gut verstehen warum ihr alles egal war. Aber auch die anderen Mädchen haben mich sehr bewegt und erschüttert. Ansonsten fand ich alles gut und realistisch dargestellt von den Abläufen der Klinik, so konnte ich mir alles ganz gut vorstellen und die Angst der Mädchen und der Veränderung sehr gut nachvollziehen.

 

” Jeder Mensch sollte das Maß seines eigenen Leidens bestimmen dürfen, Es ist ein Grundrecht. Tod. Freiheit. Das Streben nach Unglückseligkeit. ” (Im Buch S. 128)

 

Was mir auch sehr gut gefiel war das Ende. Es ist einfach passend zu dieser Geschichte. Warum? Weil es nicht dieses auf biegen und brechen wir machen jetzt ein Happy End Ende ist. Es bleibt im Grunde genommen offen, denn solch eine Heilung von dieser Krankheit dauert einfach sehr lange und das Leben der betroffenen Person muss komplett geändert werden. Oder aber es gibt Rückschläge und es geht nicht gut aus. So finde ich es wirklich gut gelöst und jeder kann für sich weiter darüber nachdenken. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, die sich für Wege aus einer Essstörung interessiert oder aber direkt / indirekt dadurch betroffen ist.

“Alles so leicht” ist eine schönes, authentisches Jugendbuch das die Thematik um das Thema Essstörung ganz gut umsetzt. Es ist emotional und bewegend geschrieben und regt einen sehr zum Nachdenken an. Vor allem geht es um Schuld, Angst und Trauer und wie jeder für sich damit umgeht. Besonders gut gefallen hat mir das offene Ende was einfach zu dieser Geschichte passte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©
Foto: Nadine Stang
Cover: Carlsen Verlag
Hummel Wertung mit Picsart

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