2018 | Allgemein | ernste Thematik | Kolumne

Gesellschaftliche Themen die einen in Büchern bewegen

Dezember 29, 2018
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Vor wenigen Tagen habe ich ein Buch beendet was mich persönlich sehr bewegt hat. In diesem Buch, “Auf Dunkelheit folgt Licht”, ging es um das schwere und ernste Thema häusliche Gewalt. Was die Protagonistin dort durch machen musste und wie knapp sie den Tod entkommen konnte hat mich wirklich entsetzt. Natürlich hört man immer mal wieder etwas über dieses Thema und man könnte meinen das dies Einzelfälle sind aber das sind sie leider nicht. Im wirklichen Leben sieht es nämlich so aus das jede vierte Frau ein Opfer häuslicher Gewalt ist. Man stelle sich nur mal vor wir, stehen in einer Schlange an der Kasse im Supermarkt und würden immer bis vier durchzählen. Ich finde es wirklich erschreckend. Man sieht es diesen Menschen nicht an, denn sie tun alles was wir auch tun. Sie gehen ganz normal einkaufen und arbeiten und doch läuft ihr Alltag etwas anders ab.

Aber was ist häusliche Gewalt eigentlich?

Diese Gewalt gegen Frauen findet vorwiegend in den eigenen vier Wänden statt. Wer denkt das nur einmal passiert irrt sich. Dieses kann immer mal wieder auftreten und sogar sich soweit steigern das das Opfer dabei stirbt. Davon kann jede Frau, egal welcher Herkunft oder sozialer Schicht betroffen sein. Es gibt aber auch Fälle wo dies in der Öffentlichkeit passiert. Die Täter wenden dabei nicht nur eine Form der Gewalt an.

  • Drohungen
  • Erniedrigungen
  • sozial isoliert werden
  • schlagen, treten
  • mit Gegenständen werfen
  • erzwingen sexueller Handlungen und vieles mehr gehören unter anderem dazu.

 

Wenn man so eine Geschichte liest fragt man sich zeitgleich ob jemand in seinem Bekannten oder Freundeskreis davon betroffen ist. Dies würde man erst erfahren wenn das Opfer soweit ist darüber zu reden. Den meist steht dieses gewalttätige Verhalten dafür Macht und Kontrolle über den anderen zu erlangen und ihn sich gefügig zu machen. Die betroffenen fühlen sich meist ziemlich alleine gelassen und schämen sich für das was sie angetan wurde. Das schlimme dabei ist das sie die Fehler bei sich suchen und sich die Schuld dafür geben obwohl sie nichts dafür können. Gerade die Meinungen in ihrem Umfeld sind ihnen wichtig und möchten nicht das Gespött der Nachbarn werden. Aber auch die ewige Angst vor den nächsten Gewaltausbruch ist groß. Wenn man dann noch bedenkt das Kinder mit im Spiel sind wird einem das Herz schwer.

Was geht in den Opfern vor?

In dem Buch wurde dies schon recht geschrieben. Die Opfer machen sich selbst dafür verantwortlich und nehmen den Täter auch noch in Schutz. Sie versuchen die Zeugnisse der Gewalt zu überschminken, erfinden viele Ausreden um den Nachfragen bei Ärzten oder Freunden zu entgehen. Oder aber sie lassen alles über sich ergehen und machen alles was der Täter sagt in der Hoffnung das er sie nicht mehr so kontrolliert und sie ein wenig mehr Freiheiten hat. Oder aber die ganzen Entschuldigen die gemacht werden und das dies nicht mehr vorkommt. Aber Falsch gedacht denn das ist erst der Anfang der Geschichte. Ich kann mir nicht mal annähernd vorstellen, wie es den betroffen geht, aber ich denke ihr Leben ist wahrlich nicht leicht. Sie können mit niemanden darüber reden weil sie sich dafür schämen.

Was kann man tun?

Viele machen sich darüber Gedanken und laut einer Statistik schaffen es die betroffenen erst beim siebten Versuch  aus dieser gewalttätigen Beziehung auszubrechen. Das einzige was man als Nachstehender tun könnte wäre sich über dieses Thema durch diverse Portale und Bücher zu informieren. Desweiteren sollte man dann genau diese Informationen den Opfer zur Verfügung stellen. Dabei ist aber wichtig dem Opfer nahe zu legen dies für sich zu behalten ansonsten könnte der Kontakt abbrechen wenn der Täter es herausfindet. Ganz wichtig wäre auch das zuhören in diesem Fall. Dies würde unter gegebenen Umständen für einen selbst auch belastend werden da man nichts bewirken kann. Statt Ratschläge zu geben oder auf Durchzug zu stellen sollte man diejenigen ermutigen sich Hilfe zu suchen. Den alleine kann man den Betroffenen nicht ausreichend helfen. Zudem sollte man keine schnellen Fortschritte erwarten und sie unter keinen Umständen bedrängen. Es gibt bestimmt noch viele weitere Punkte die es zu beachten gilt aber das wichtigste ist wohl den Täter NICHT auf seine Taten anzusprechen. Dieser kann den Kontakt zum Opfer abbrechen lassen und einen selbst als Beziehungskiller oder Petze hinstellen.

Ich finde es schade das dieses Thema immer noch weitestgehend unter den Tisch fallen gelassen wird wo es doch so vielen passieren könnte. Ich finde es auch gut das es Frauenhäuser gibt wo die Opfer Hilfe bekommen und in Sicherheit sind auch wenn sie lange brauchen um dort hin zu kommen. Ich kann nur für jeden einzelnen, der so etwas gerade erlebt oder erlebt hat, nur das beste wünschen und das der oder diejenige es schafft diesen Teufelskreis zu durchbrechen.

Welche Themen bewegen euch? Habt ihr so etwas vielleicht mal selbst erlebt oder als Ansprechpartner?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Fotos: Pinterest.de
Titelbild: Pinterest mit Canca bearbeitet

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