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[Werbung-unbezahlt] Rezension: Das dunkle Herz von Lukas Hainer

März 26, 2018
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Lukas Hainer | Das dunkle Herz | Fantasy | 01.03.2018 | 384 Seiten | Verlag: ivi | Preis für TB / E-Book: 16,- / 12,99 | Ansehen bei Amazon | *Rezensionsexemplar

Während einer Gedenkfeier für ihren verschwundenen Bruder wird Anna schwarz vor Augen, und sie erwacht am Rande einer verlassenen Wüstenstadt. Als alle Versuche scheitern, Kontakt zu ihren Eltern aufzunehmen, sucht sie in der Stadt nach Antworten und stößt bald auf weitere Ankömmlinge, unter ihnen der junge Nick. Bald entbrennt ein Kampf ums Überleben, sowohl mit ihrer unwirtlichen Umgebung als auch unter den Gestrandeten selbst. Während die Spannungen eskalieren und es sogar zu Toten kommt, findet Anna plötzlich Hinweise auf ihren Bruder – ist es möglich, dass er noch lebt? Als sie der Spur folgen, stoßen Nick und sie auf ein furchtbares Geheimnis, das dieser Ort und seine Bewohner hüten: das dunkle Herz. Und plötzlich geht es um weit mehr als nur um ihr eigenes Schicksal.


Dieses Buch hat mich sofort angesprochen als ich es bei der Verlagsvorschau gesehen hatte. Es klang vom Klappentext mega gut doch musste ich recht schnell feststellen das es etwas anderes war als ich mir vorgestellt hatte. Ich habe eine tolle,geheimnisvolle und düstere Geschichte erwartet und nicht eher ein Abenteuer.

 

[…] Die Stadt ist versiegelt.
Der Weg hinein ist versperrt.
Der Weg hinaus führt durch das dunkle Herz. […]


Zur Geschichte, während der Gedenkfeier für ihre verschwundenen Bruder Ben, wird Anna schwarz vor Augen.Kurz darauf erwacht sie am Rande einer kargen Wüstenlandschaft. Nach vielen kläglichen Versuchen ihre Eltern zu erreichen, sucht sie in der verlassen Stadt nach Antworten. Dort stößt sie auf weitere Neuankömmlige unter ihnen ist auch der Junge Nick. Bald müssen sie erkennen das nicht alles Gold ist was glänzt und sie zu einem gewissen Zweck dort sind. Sie müssen um ihr Überleben kämpfen aber nicht nur in dieser tristen Wüstenlandschaft sondern auch unter ihres gleichen. Dabei findet Anna Hinweise auf ihren Bruder Ben und schöpft Hoffnung das er noch lebt. Als sie das Geheimnis des Ortes enthüllt, wird ihr klar das es um weit aus mehr geht als ihr eigenes Schicksal.

Der Prolog mit dem geheimnisvollen Mann war sehr mysteriös und machte Lust auf mehr. Denn man rätselt mit was die Alte Zeit wohl gewesen war und wie die Zukunft wohl aussehen würde. Deswegen fand ich es gerade so komisch diesen Sprung zum ersten Kapitel, als man mit Anna in der Kirche sitzt. Als Anna dann ohnmächtig wird und dann in der Wüstenlandschaft auftaucht wurde es ein wenig spannend. Auch so einige Fragen rund um diesen geheimnisvollen Ort kamen immer mehr ins Spiel. Doch leider empfand ich persönlich das das große Geheimnis um das dunkle Herz eher so am Rande gespielt hat, klar wurde die Bedrohung mehrmals erwähnt aber irgendwie wurde es eher als nebensächlich abgetragen. Man wesentlich mehr aus der Geschichte rausholen können und die Atmosphäre etwas dunkler und düsterer darstellen können.

Die Handlung selbst, mit dem Kampf übers Überleben, war nett gemacht aber hat mich leider nicht ganz vom Stuhl gehauen. Die Protagonisten waren ziemlich viel mit sich und ihren Streitereien untereinander beschäftigt statt sich Gedanken um ihren Zweck oder das Geheimnis zu kümmern. Klar werden immer wieder kleinere Entdeckungen gemacht aber dies spielt auch wieder eher nur am Rande eine Rolle. Genauso wie alle Charaktere alles genauso hinnehmen wie es ist. Da frage ich mich warum? Wenn ich irgendwo aufwachen würde und keine Ahnung hätte wo ich bin würde ich doch alles hinterfragen oder nicht? Ich würde doch versuchen den Dingen auf den Grund zu gehen. Die Grundidee der Geschichte ist wirklich großartig  doch leider hat es sich nicht so entwickelt wie ich erhofft hatte, trotz soviel Potenzial. Irgenwie dachte ich das es wirklich spannend und mitreißend wird und der Kampf ums Überleben wesentlich mehr zu spüren wäre, denn darum ging es ja. Auch erfährt man, wie bereits erwähnt, wesentlich wenig über das dunkle Herz selbst. Da hätte ich gern die ein oder andere Information mehr gehabt.

 

[…] Wer die Dunkelheit verbannen will, muss Opfer bringen! […]

 

Leider fand ich auch die Charaktere etwas blass, klar bekommt man durch die Ich-Perspektive einen kleinen Eindruck über Anna Engel. Aber in anderen Fantasy Geschichten in diesem Stil, kann man relativ schnell sich in die Protagonisten hineinversetzen und ihre Emotionen miterleben, dies fehlte mir hier ein wenig. So konnte ich nicht wirklich ihr nahe sein. Aber auch um die anderen Charaktere war es nicht besser bestellt. Natürlich kriegt man ein paar wenige Wesenszüge von ihnen mit aber im groben und ganzen wurden sie auch nur oberflächlich angeschnitten. Was für mich irgendwie nicht rein gepasst hat war die Liebesgeschichte zwischen Nick und Anna. Warum muss man eine Liebesgeschichte überall reinbauen? Es passte leider so gar nicht rein.

Jetzt habe ich glaube ich soviel Kritik ausgeübt das jeder denkt das ich es gar nicht mochte. Das stimmt so nicht richtig. An sich fand ich die Grundidee wirklich super und auch zum Ende hin wurde es wirklich spannend, auch wenn man sich da ein wenig mehr Informationen wünscht. Der Schreibstil war klasse, das ich das Buch trotz allem in kürzester Zeit durch gelesen hatte.

“Das dunkle Herz” hat eine faszinierende und interessante Grundidee die meiner Meinung nach leider nicht ihr Potenzial ausgeschöpft hat. Die Charaktere wirkten auf mich blass sodass ich keine Beziehung zu ihnen aufbauen konnte. Auch nahmen sie einfach alles so hin wie es gegeben war. Ansonsten war es ein nettes Abenteuer für zwischendurch.

 

 

 

 

©
Foto: Nadine Stang
Cover: Piper Verlag
Hummelwertung mit Picsart

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